Ehrenamt und Dialog – Teltower Bronzeglocken kehren zurück in die Heimat Staatsminister Bernd Neumann unterstreicht überregionale Bedeutung
Im Rahmen einer Feierstunde hat die evangelische Kirchengemeinde Teltow gestern in der St. Andreaskirche im Beisein von Staatsminister Bernd Neumann und der CDU-Landesvorsitzenden Dr. Saskia Ludwig offiziell die beiden Bronzeglocken an die polnische Stadt Debno (ehemals Neudamm) und ihre katholische Gemeinde zurückgegeben. Kurz vor dem Ende des Krieges sollten beide Glocken in Berlin eingeschmolzen werden – dazu kam es jedoch nicht. Über Umwege kamen sie schließlich 1948 nach Teltow. Die Idee für die Rückführung hatte Kirchenwart Michael Wilcke und in Barbara Nieter sowie den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates fand er außerordentlich engagierte Mitstreiter, die sich maßgeblich für die Rückführung einsetzten.
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, unterstrich in seiner Rede die überregionale Bedeutung dieses Projektes, das für den lebendigen Dialog zwischen den Völkern steht und ein besonderes Symbol für die Tradition der fast 1000 Jahre bestehenden Nachbarschaft von Deutschland und Polen ist.
Die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates in Teltow, Barbara Nieter, sagte:“ Der Dialog darf nicht nur zwischen Regierenden, sondern muss auch zwischen den Menschen und den Konfessionen geführt werden.“
Saskia Ludwig betonte, es sei ein bedeutsamer Moment für die Heimatverbundenheit, wenn diese Glocken wieder in der ursprünglichen Heimat läuten würden: „Wenn es in Debno noch Bürger gibt, die das Läuten der Glocken aus Kindertagen kennen, gibt es vermutlich keine Worte, die dieses Gefühl beschreiben können.“
Die CDU Landesvorsitzende würdigte in ihrer Rede besonders den Einsatz der zahlreichen bürgerschaftlich Engagierten, die das Projekt zum Erfolg führten. Im Rückgriff auf ein Zitat unseres Bundespräsidenten Christian Wulff, der vor einem Jahr gesagt hatte, dass ehrenamtlich Engagierte länger lebten, erklärte Ludwig: „Die bürgerschaftlich Engagierten lebten nicht etwa gesünder als andere Bürger, sondern das Engagement löse unter anderem Glücksgefühle aus, die das Leben verlängerten. Nach allem was ich erfahren habe, empfinden Sie sehr viel Freude in der gemeinsamen ehrenamtlichen Arbeit. Wenn ich an die Worte unseres Bundespräsidenten denke, bin ich sicher, dass sie ein sehr sehr sehr hohes Lebensalter erreichen werden.“
Bereits am Montag, dem 26. September 2011, gehen beide Glocken, eine Kirchenglocke von 1669 und eine Rathausglocke aus dem Jahr 1794, nach Debno auf die Reise. Den Transport übernimmt die Union Sozialer Einrichtungen im Unionhilfswerk (USE).
In der Mitte: Dr. Saskia Ludwig MdL, Barbara Nieter und Staatsminister Bernd Neumann
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