16.08.2011, 14:21 Uhr | CDU Brandenburg

„Es gibt jetzt auch Südfrüchte“ - Sommertour im Oderbruch

Auf Einladung von Hans-Georg von der Marwitz MdB besuchte Saskia Ludwig im Rahmen der Sommertour das Oderbruch. Mit dabei: der Generalsekretär der CDU Brandenburg und Umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Dieter Dombrowski sowie die Landtagsabgeordnete Beate Blechinger. Haupthema des Besuchs – wie sollte es anders sein – war die immer noch akute Hochwasserproblematik.

Zunächst stand ein Treffen mit dem Bürgermeister von Wriezen Uwe Siebert auf dem Programm. „Sehr erfreulich, dass sie hier sind. Wegen CCS und der Hochwasser-Problematik kommen die anderen Parteien wohl nicht nach Wriezen“, begrüßte Siebert die Christdemokraten.

Danach wurde gleich über eines der Top-Themen der Sommertour gesprochen: die vorgesehene Kürzung bei den Freien Schulen. Denn auch in Wriezen gibt es eine betroffene Einrichtung, dem Evangelischen Johanniter-Gymnasium Wriezen stehen harte Zeiten bevor. Wie die Einbußen kompensiert werden sollen, ist noch völlig unklar. Anders als von der Platzeck-Regierung ideologisch begründet, bestätigt Bürgermeister Siebert: „Wir haben die Freien Schulen nie als Bedrohung für die staatlichen Schulen empfunden, sondern als Zusatzangebot.“ Zu dem habe die Konkurrenz zur Verbesserung der staatlichen Schulen beigetragen.

Saskia Ludwig betonte, wie falsch der Schritt sei: „Wir halten das für eine blanke Katastrophe.“ Gastgeber von der Marwitz zeigte sich ebenso bestürzt über die Entwicklung und wunderte sich: „Es ist paradox: Freie Schulen sind für das Land günstiger, als staatliche.“ Am Ende führe diese Entwicklung nur dazu, dass nur noch privilegierte Kinder private Schulen besuchen könnten und die Schulen dann als Eliteschulen verschrien werden würden.

Besonders am Herzen lag dem Bürgermeister die Wirtschaft vor Ort. Trotz vieler schöner Erfolge, wie der Umstrukturierung des gemeinsamen Krankenhauses mit Straußberg, würden Demografie und das Fehlen von Investoren sich deutlich bemerkbar machen. Gerade der Bevölkerungsschwund werde in Zukunft etliche Probleme bereiten. Dazu kommt, dass es die Jugend in andere Bundesländer zieht. Am offensichtlichsten werde dies bei dem großen Mangel an Ärzten.

Und natürlich kam der Bürgermeister am Ende auf das wichtigste Thema für das Oderbruch zu sprechen, das Hochwasser. Direkt nach dem Bürgermeister stieß Günter Wartenberg vom Landesumweltamt zu der Guppe, um ausführlich über die aktuelle Entwicklung zu sprechen. Seit Jahren würde vor Ort ein zunehmendes Binnenhochwasser für Probleme sorgen. So gab es letztes Jahr im gesamten Schnitt einen höheren Wasserstand als beim Jahrhunderthochwasser 1997. Auf die Frage, ob er denn für diesen Sommer Entwarnung geben könne, erwiderte Wartenberg, das der starke Niederschlag der letzten Wochen bisher noch zu keinen gravierenden Problemen geführt habe, aber: „Schlimmer geht immer.“

Um einen noch besseren Eindruck von der Thematik zu bekommen, führte Wartenberg die interessierte Gruppe zum Neutornschen See, wo derzeit ein Saugspülbagger im Einsatz ist, eine der vielen Methoden um Hochwasser vorzubeugen. Dass das Hochwasser von großer Thema für die Region ist, zeigte sich dann auch beim letzten Termin des Tages. Im wunderschön hergerichteten Landwarenhaus Altreetz trafen die Christdemokraten auf Karsten Birkholz, Amtsdirektor Barnim-Oderbruch, um über Probleme vor Ort zu sprechen. Vor dem Gespräch führte zunächst Inhaber Christian Filter durch seinen erst kürzlich eröffneten Laden, der neben den Dingen fürs tägliche Leben auch Feinkost und einen Mittagstisch anbiete. Auf die Frage von Dieter Dombrowski, was sich denn in dem ehemaligen Konsum seit DDR-Zeiten alles verändert habe, antwortete Filter: „Es gibt jetzt auch Südfrüchte“.

Im anschließenden Austausch bei Kaffee und Kuchen wurde dann wieder das Hochwasser aktuell. Amtsdirektor Birkholz berichtete von den zahlreichen Betroffenen vor Ort, insbesondere die Landwirte würden Probleme haben. Außerdem machte er nochmal deutlich, wie schwierig es bei den problematischen Kommunalfinanzen sei, noch zu reagieren: „Selbst die Pflichtaufgaben, wie Kitas, Schulen oder Feuerwehr sind kaum noch finanzierbar.“

Die Sommertour macht beim Landwarenhaus Altreetz Halt Die Sommertour macht beim Landwarenhaus Altreetz Halt