10.05.2011, 13:16 Uhr

„Platzeck kocht energetisches Linsengericht“ - Saskia Ludwig im Interview

Brandenburgs CDU-Landeschefin Saskia Ludwig geht beim Atomaus- und Energieumstieg auf Distanz zur Kanzlerin Angela Merkel, nimmt aber SPD-Ministerpräsident Platzeck ins Visier.
Frau Ludwig, Sie haben heute im CDU-Bundesvorstand gegen das Energie-Papier Ihrer Partei gestimmt, warum?
 
Grundsätzlich: Klimaschutz und daraus resultierende regenerierbare Energien befinden sich mittlerweile im Konflikt zu Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzgedanken. Und die Kostenfrage ist nicht annähernd geklärt. In dem Diskussionspapier, das uns vorgelegt wurde, fehlten Kriterien, wo Sonnenenergie- und Windkraftanlagen landschaftsverträglich sind und wo nicht. Hätte ich zugestimmt, würde es uns schwerer fallen, im weiteren Diskussionsprozess notwendige Änderungen einzubringen. Brandenburg hat mit rund 3000 Windrädern mehr als genug und deshalb muss das kostbare Gut der unversehrten Landschaft und Natur gleichrangig mit dem Interesse der Energieversorgung zum Beispiel durch Windräder abgewogen werden. Die Ankündigung von Ministerpräsident Platzeck, dass sich die Brandenburger mit neuen Windrädern direkt vor ihrer Nase arrangieren werden müssen, ist für uns nicht zu tolerieren.