25.01.2013, 11:35 Uhr | Ulrich Winz, SeniorenUnion Brandenburg

Nachruf auf Siegfried Grimm, Ehrenmitglied des Landesvorstandes der SeniorenUnion

Die Mitglieder der Senioren Union Brandenburg trauern um ihren langjährigen Mitstreiter Siegfried Grimm. Er verstarb in der Nacht zum 23. Januar fast 87-jährig in seiner Wohnung im „Neuen Garten“, der wie seine langjährige Wirkungsstätte Sanssouci zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und ihm sehr ans Herz gewachsen war. Nach Auskunft der Familie wird seine Beisetzung in Halle /Saale stattfinden.

Trotz starker Beschwerden an der Wirbelsäule, die ihm seit längerem zu schaffen machten, kam Siegfrieds Grimms Tod überraschend. Eine Woche zuvor hatte es noch ein gemütliches Beisammensein mit dem Ehepaar Roepke gegeben.

Entgegen seiner Gewohnheit, in der Senioren Union mitzumachen, zumindest die Veranstaltungen in Potsdam zu besuchen, musste er sich mehr und mehr Beschränkung auferlegen, was ihm schwer fiel. In Telefonaten zeigte er sein anhaltendes waches Interesse an unserer Vereinigung: Er litt an Rückschlägen mit und freute sich über Neuanfänge in einer Reihe von Basisgruppen.

Siegfried Grimm war seit Kriegsende ein „politischer Mensch“. Schon im Sommer 1945 schloss er sich unter dem Eindruck einer Rede Jakob Kaisers der CDU an und gehörte somit zur Gründergeneration, deren letzte Repräsentanten Angela Merkel vor einigen Jahren empfing und ehrte.

Auch in der Senioren Union Brandenburg war er einer der Ersten: Als 1993 ein zweiter Anlauf für den Kreisverband Potsdam gelang, stellte er sich an dessen Spitze und wechselte alsbald der Not gehorchend in dieser Funktion in den Kreis Potsdam-Mittelmark. Von 1996 bis 2008 war er Landesgeschäftsführer, zeitweilig auch Stellv. Landesvorsitzender und – seit 2008 Ehrenmitglied des Landesvorstandes.

Die ersten West-Ost-Begegnungen waren von ihm geprägt und wurden mit Führungen in Potsdams Weltkulturerbe bereichert. Dabei konnte er aus reichem persönlichen Erleben als Chefrestaurator von Sanssouci schöpfen. Wenn er auf diese für ihn beglückende, wenn auch zuweilen schwierige Tätigkeit zu sprechen kam, konnte er sich ungeteilten Interesses seiner Zuhörer von „hier“ und von „drüben“ sicher sein.

Er hinterließ seine „Handschrift“ in den Neuen Kammern, im Neuen Palais, in Cecilienhof, beim Marmorpalais und Marstall (Filmmuseum Potsdam), in Babelsberg, Rheinsberg und Königs Wusterhausen. Das „Handwerk“ dafür hatte er gründlich erlernt. Er ließ nicht locker, als er von der Uni Halle /Saale, seiner Heimatstadt, „aus sozialen Gründen“ (als Sohn eines Selbstständigen der Gartenbaubranche in dritter Generation) exmatrikuliert wurde. Auf dem (Um)weg über den Maurergesellen, den Meister im Bauhandwerk, den Ingenieur-Abschluss und Tätigkeiten als Architekt im Entwurfsbüro kam er zu leitenden Funktionen in Baubetrieben. Wenn es an Material mangelte, nutzte Siegfried Grimm sein Organisationstalent, was ihm weitere Achtung einbrachte.

Nach 15 Jahren als Chef der Uni-Bauabteilung Halle hat ihn Sanssouci abgeworben. Da er für die Funktion als dessen Baudirektor nicht das passende Parteibuch besaß, blieb es (seit 1979) beim Chefposten der Restaurierungsabteilung, den er bis zur Pensionierung Anfang der 90er Jahre bekleidete.

Dass er in seiner Frau Ingeborg seit 1949 bis zu ihrem Tod eine verständnisvolle Lebensgefährtin hatte, die ihn wenn irgend möglich auf seinen Dienstreisen und Besuchen im Auftrag der Senioren Union begleitete, hat er immer und immer wieder als ein besonderes Glück empfunden. Ebenso den Zusammenhalt in der Familie, zu der zwei Töchter gehören, die ihn liebevoll betreuten.

Die Senioren Union verlieh ihm nicht nur (2008) die erwähnte Ehrenmitgliedschaft im Landesvorstand, sondern auch die 2002 gestiftete Brandenburger Ehrenurkunde für Verdienste um die Deutsche Einheit, womit sein Wirken als erster „Partnerschaftsbeauftragter“ gewürdigt wird.

Wer Siegfried Grimm, den gütigen und bescheidenen Freund mit einer ansteckenden Portion Gelassenheit in Konfliktsituationen und einer Prise Humor gekannt hat – und das sind Hunderte in Brandenburg und darüber hinaus -, wird sich gern seiner erinnern, ihm DANKE sagen und ihn GOTTES GNADE empfehlen.